Warum akzeptiert Mensa gerade die Top 2%?

Eine Frage, die uns manchmal gestellt wird, ist, warum Mensa als Eintrittskriterium ausgerechnet einen IQ in den obersten 2% der Bevölkerung gewählt hat - was auf der Wechsler-Skala einem IQ von 131 oder mehr entspricht. Warum gerade 2%? Warum nicht 1% oder 3%?

Nun, des Rätsels Lösung ist: In den ersten 12 Jahren nach der Gründung unseres Vereins, von 1946 bis 1958, lag die Eintrittsschwelle höher. Mensa war ursprünglich ein Verein für Menschen mit einem IQ im obersten einen Prozent der Bevölkerung, d.h. einem IQ von 135 oder mehr. Die Crux an der Sache war: Damals hatte Mensa noch keinen überwachten Test. Stattdessen wurden die Aufgaben per Post versandt, zusammen mit einem Antwortbogen und den Instruktionen. Die Kandidaten lösten den IQ-Test daheim und schickten das Antwortblatt zurück.

Dass die Kandidaten dabei nicht immer ganz ehrlich waren, wurde zwar befürchtet, aber (mangels Personal zum Durchführen von überwachten Tests) in Kauf genommen. Erst 1958 entschied sich Mensa, die bereits akzeptierten Mitglieder einem Re-Test zu unterziehen. Und siehe da: Die Ergebnisse fielen niedriger aus. Allerdings nicht so viel niedriger: Die meisten Mitglieder schienen beim Ausfüllen des Take-Home-Tests zumindest näherungsweise ehrlich gewesen zu sein, denn fast alle lagen beim überwachten Test immer noch in den obersten 2%.

Mensa musste nun eine Entscheidung treffen: Sollte man das Eintrittskriterium "IQ im obersten 1%" unverändert lassen und etwa die Hälfte der Mitglieder wieder ausschliessen? Oder sollte man die Eintrittsschwelle auf "IQ in den obersten 2%" senken? Mensa entschied sich für letzteres. Das Eintrittskriterium wurde daher 1958 auf "Top 2%" gesenkt, und alle Mitglieder mit einem IQ von 131 oder mehr durften bleiben.

Der Take-Home-Test wurde allerdings abgeschafft. Für eine kurze Übergangszeit wurden noch sowohl "Top 1% im Take-Home Test" als auch "Top 2% im überwachten Test" akzeptiert, doch wenig später wurde der überwachte Test zum einzig anerkannten Weg, Mensa beizutreten.

Wer noch mehr zur Geschichte von Mensa (bis 1986) erfahren möchte, dem empfehlen wir das Buch "Mensa: The Society for the highly intelligent" von Victor Serebriakoff, dem damaligen Präsidenten.